| Der Anfang
ist gemacht. Wird der Traum vom 1. April Scherz aus dem Jahr 2003 doch
noch Wirklichkeit? Im Kleinen scheint es zumindest möglich. Der
Spatenstich für ein stattliches Gerätehaus ist nun erfolgt.
Angefangen hat alles mit der Flurbereinigung und
Dorferneuerung in Julbach. Im Zuge dieser überaus erfolgreichen
Ortsbildaufwertung wurde auch der Schlossberg zugänglich gemacht. Der
völlig zugewachsene Weg wurde hergerichtet, der Brunnen neu gefasst und
eingezäunt und vor allem ein Zugang zu den unterirdischen Gängen, dem
historisch bedeutsamen Erdstall (abgeleitet von: Stelle in der Erde)
gebaut.
Ein weiterer Meilenstein war dann der Artikel in
der Passauer Neuen Presse zum 1. April 2003 der vom Wiederaufbau der
Burganlage kündete und ein ungeahntes Echo hervorrief. Fortan kamen immer
mehr Besucher, um den tollen Ausblick über das gesamte Inntal zu
genießen und natürlich auch um die historische Stätte zu erkunden. Mit
dem steigenden Interesse wurde schließlich in vielen Gesprächen der
Gedanke von einem Verein der Burgfreunde geboren, die sich zum Ziel
setzen, den Schlossberg und seine reichhaltige Geschichte wieder lebendig
werden zu lassen. 2004 wurde dieser Verein aus der Taufe gehoben. Viel ist
seither droben auf dem Berg passiert. Ein Fahnenmast ist als weithin
sichtbares Symbol aufgestellt worden, ein großer Tische zum Verweilen
gebaut und vor allem sind dreimal unter Anleitung des Burgenforschers Dr.
Joachim Zeune archäologische Grabungen durchgeführt worden - mit tollen
Funden und etlichen neuen Aufschlüssen zur bewegten Geschichte der Burg
zu Julbach. Jetzt soll ein weiterer Schritt
den Schlossberg beleben.
Eine großzügige Gerätehütte soll die Basis
werden, als Aufbewahrungsort bei künftigen Grabungen. |
Sie soll
auch Unterschlupf gewähren bei schlechtem Wette, wenn Feste gefeiert oder
Führungen gemacht werden. Zum Spatenstich haben sich gut 40 Personen
zusammengefunden.
Burgfreunde - Vorstand Koni Engleder begrüßte
als Ehrengäste Bürgermeister Elmar Buchbauer, dessen Vertreter
Hans-Peter Brotschelm und als Vertreter der Bayerischen Forstverwaltung
Albert Braun. Gekommen waren auch Planzeichner Uli Gottanka, Bauleiter
Anderl Gstattenbauer und Freunde vom Verein "Tempus Rapax" aus
Frauenstein.
Engleder erklärte das geplante Bauprojekt, das immerhin die Ausmaße von
zehn mal sechs Metern haben wird. "Unser Ziel ist weiterhin die
Erforschung des Schlossberges auf archäologischer Grundlage" sagte
er. Dafür würde nun dieser Schuppen geschaffen, damit das nötige
Werkzeug gelagert und vor allem die Fundstücke aufbewahrt werden können.
Er nannte das Gebäude als Basis für weitere Forschungen. Er dankte den
Entscheidungsträgern im Landratsamt Rottal-Inn, dem Forstamt mit Sitz in
Rosenheim, dem Bayerischen Landesamt für Denkmalschutz und der Gemeinde
Julbach für dien unbürokratischen und reibungslosen Ablauf beim
Genehmigungsverfahren. Er wies auf die Möglichkeit, symbolische Baustein
im Wert von 10 Euro bei Gabi Sperl zu kaufen.
Bürgermeister Elmar Buchbauer erinnerte an
die Vorleistungen im Zuge der Flurbereinigung und lobte die jahrelangen
Aktivitäten der Burgfreunde. "Dieses Engagement um die
Heimatgeschichte wird auch im Landratsamt wohlwollend verfolgt",
sagte er. Buchbauer kündigte an, dass sich die Gemeinde an den Baukosten
beteiligen wird. Damit luden die Verantwortlichen zum symbolischen
Spatenstich und einer anschließenden kleinen Feier an einem der
schönsten Aussichtsplätze über das Inntal. |